Das RomaniPhen-Archiv in Berlin sammelt Bücher, Filme sowie andere Werke von Sinti- und Roma-Frauen und klärt über Rassismus auf.

Romani Chaji ist vielleicht zwölf Jahre alt, trägt lange dunkle Zöpfe und eine hellblaue Bluse. In einem Kurzfilm erzählt das „Roma-Mädchen“, so ihr Name auf Deutsch, von der Verfolgung und Diskriminierung der Sinti und Roma in Europa. Die Stimme der animierten Zeichenfigur berichtet von der Ankunft der ersten Roma in Europa, Menschen mit „dunklerer Hautfarbe“, die wahrscheinlich Anfang des 15. Jahrhunderts als Sklaven aus Indien verschleppt wurden. Ein Aufenthaltsrecht in Städten wurde ihnen gar nicht erst zugesprochen. Ab 1498 galten sie als vogelfrei, ihre Verfolgung und Ermordung stand nicht unter Strafe.

Amnesty Journal, 2018

Verschüttete Geschichten Das feministische RomaniPhen-Archiv sammelt Geschichten von Romnja und Sintezza, um so von Stereotypen und Rassismus geprägte Bilder zu verändern – auch in Schulen.

Mit leicht erhobenem Zeigefinger begrüßt das Mädchen auf dem Bildschirm die Zuschauer_innen. „Mein Name ist Romani Chaji und ich will euch heute die Geschichte der Roma und Sinti näher bringen“, sagt sie. „Ich bin selbst eine Romni. Aber die meisten unter euch wissen gar nicht, wer Roma oder Sinti sind. Und viele haben falsche Vorstellungen.“ Sie unterbricht sich selbst: „Na ja, nicht nur falsche, sondern oft auch rassistische.“

taz, 2018

Feministische Romnja-Perspektiven – der Romnja Power Month in Berlin

Feministische Romnja-Perspektiven stärken, das hat sich das Rromnja-Archiv RomaniPhen aus Berlin zur Aufgabe gemacht. Derzeit veranstaltet es den Romnja Power Month. Der begann mit einer Demonstration zum internationalen Frauenkampftag und endet am 8. April, dem internationalen Roma-Tag. Einen Monat lang widmet sich das feministische Rromnja-Archiv Sichtweisen von Sinti und Roma. Einige dieser eigenen Sichtweisen sind in dem Film „Phral mende – Wir über uns“ zusammengefasst. Die Regisseurin Tayo Awosusi-Onutor legt mit ihrem Film ein vielstimmiges Selbstporträt vor – dazu führte sie biografische Interviews mit Persönlichkeiten wie Anita Awosusi, Fatima Hartmann oder Ilona Lagrene. Aus ihren Perspektiven und individuellen Erfahrungen entsteht in „Phral mende – Wir über uns“ ein lebendiges Bild von Sinti* und Roma* in Deutschland, das sich stereotypen Sichtweisen widersetzt. Der Film feiert am Donnerstag den 15.März im Rahmen des Romnja Power Month Premiere. Wir haben uns mit der Regisseurin Tayo Awosusi-Onutor über ihren Film und über feministische Romnja-Perspektiven unterhalten.

Radio Corax

Feministische Rom*nja-Projekte

IniRomnja und RomaniPhen auf der Frauen*streik Demo in Berlin

In Berlin fand heute eine der großen Demonstrationen statt. Seit 15 Uhr haben sich Menschen dort getroffen, um ihre Forderungen auf die Straße zu tragen. Mit dabei war auch Isidora Randjelovià, Vertreterin feministische Rom*nja-Projekte IniRomnja und RomaniPhen.

Talking Feminisms #12 Take back your future

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