Digitale Erinnerung zu Orten in Osteuropa
Wir freuen uns sehr, mit Unterstützung der Landesstelle für Gleichbehandlung – gegen Diskriminierung (LADS) ein neues Projekt zu beginnen. Wir wollen unsere digitale Erinnerungsarbeit am Berliner Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma Europas erweitern.
Geplant sind Reisen in die jeweiligen Regionen, Archivrecherchen sowie der Austausch mit Romaorganisationen vor Ort, um über lokale Erinnerungskulturen und die Perspektiven von Nachkommen zu sprechen. Dafür werden wir lokale Archive in Osteuropa aufsuchen, um zu recherchieren, welche Dokumente zu ehemaligen Lagern existieren und was dort über die Verfolgung und Ermordung von Sinti und Roma festgehalten ist.
Die Ergebnisse sollen digital aufbereitet und über die App „Talking Memories“ sowie über unsere Website zugänglich gemacht werden.
Ende April bis Anfang Mai waren wir auf Recherchereise in Serbien, insbesondere in Belgrad und Niš, unterwegs. Dabei konnten wir die ehemaligen Lagerorte Staro Sajmište und Crveni Krst besuchen und uns direkt vor Ort mit ihrer Geschichte sowie dem heutigen Umgang mit diesen Orten auseinandersetzen.
Ein besonders bereichernder Teil der Reise waren die Begegnungen und Gespräche mit verschiedenen Personen aus den Rom:nja Communities, die mit uns über Erinnerungskultur gesprochen und ihre persönlichen Perspektiven an die Geschichte geteilt haben.
Außerdem haben wir im Archiv Jugoslavija intensiv recherchiert. Dort konnten wir über 600 Aussagen von Rom:nja-Überlebenden des Zweiten Weltkriegs einsehen. Diese stammen aus den Unterlagen der damaligen „Landeskommission Serbiens zur Feststellung der Verbrechen der Besatzer und ihrer Helfer“ aus dem Jahr 1945. Ergänzend dazu haben wir auch Materialien aus dem Historischen Archiv erhalten.
Die vielen Eindrücke und gesammelten Informationen werden nun sorgfältig ausgewertet, geordnet und aufbereitet, um sie anschließend in unserer App „Talking Memories“ sichtbar und zugänglich zu machen.


Recherche im Archiv Jugoslavija