Stellenausschreibung

Öffentliche Ausschreibung intersektionale Vereinsentwicklung 01.04.2022

Für den RomaniPhen e.V., das feministische Rom:nja Archiv, suchen wir zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine:n Dienstleister:in im Rahmen des Projektes „Intersektionale Vereinsentwicklung“, gefördert durch die Freudenbergstiftung.

Über die Arbeitgeberin

RomaniPhen e.V. ist ein Verein von Sinti:zze und Rom:nja. Wir arbeiten feministisch, rassismuskritisch und empowernd. Als Selbstorganisation sind wir vornehmlich im Bildungsbereich sowie in der Wissens- und Kulturproduktion tätig. Wir arbeiten im Bereich der außerschulischen, historischen und politischen Bildung an rassismuskritischen Fortbildungen von Fachkräften und Multiplikator:innen und an der Erarbeitung und Vermittlung von Bildungsmaterialien. Wir stellen die feministische Mädchenarbeit, romani bezogene Veranstaltungen und Vernetzung von Aktivist:innen sowie die Wertschätzung und Verbreitung von romani Wissensbeständen ins Zentrum unserer Arbeit.

Das RomaniPhen-Archiv hat spezifische Expertise und Erfahrung in dem Bereich feministische Arbeit, Romani Leadership, diversitätsorientierter Organisationsentwicklung und rassismuskritischer Arbeit. Dieses Wissen gilt es in einem Prozess der Entwicklung von Qualitätsstandards und Vereinsentwicklung zu vertiefen und anzuwenden. Mit dem Angebot von Kinderbetreuung für die Mitarbeitenden, Übersetzungen in Deutsche Gebärdensprache für die visuellen Publikationen und Übersetzungen ins Englische werden bereits aktiv versucht, die Arbeit aber auch ihre Produkte barrierefreier zu gestalten.

Intersektionale Vereinsentwicklung

Bis zum Dezember 2024 wird die Möglichkeit der Organisationsentwicklung für einen intersektionalen Verein anhand des RomaniPhen e.V. erarbeitet. Dieses Projekt ist ein Modellprojekt der Freudenbergstiftung und soll idealerweise Modellwirkung für noch zu erstellende Konzepte der Organisationsentwicklung haben.

Die praktische Organisationsentwicklung soll Begriffe wie Empowerment, Romani Leadership, Rassismuskritik und diversitätsorientierte Organisationsentwicklung füllen und mit Standards anreichern, welche für andere Organisationen der Sinti:zze und Rom:nja oder andere migrantische Selbstorganisationen reproduzierbar werden.

Idealerweise erhalten sie Bekanntheit auf der Ebene der noch einzurichtenden Bund-LänderKommissionen und können modellhaft für die Bundesregierung werden.

Die vorhandenen und zu entwickelnden Qualitätsstandards gilt es in einem dreijährigen Prozess zu erarbeiten. Dabei fließen die intersektionalen Perspektiven des Teams ein. Themen sind die Qualifizierung der Mitarbeitenden, Abläufe im Verein, Rollen im Verein, Leitfäden zur Qualitätssicherung, Empowerment als Arbeitskultur und Standards von Romani Leadership. Am Ende soll eine Handreichung produziert und die Standards in communityinternen Workshops an Multiplikator:innen von ORS verteilt werden. Auch die Vorstellung an ein intersektional arbeitendes Fachpublikum bzw. Fachpublikum der Organisationsentwicklung soll hier stattfinden.

Ablauf

2022

  • Ausschreibung und Angebotserteilung an eine:n Qualitätsbeauftragte:n/Organisationsentwickler:in  Vorbereitung der Evaluation
  • Beginn der Evaluation
  • Bedarfserhebung, Maßnahmenplan, erste Umsetzung von Maßnahmen
  • Koordination der Kooperation mit den Projektpartner:innen, Honorarkräften bzw. Auftragsplanung, Erhebung und Auswertung der Bedarfe

2023

  • Umsetzung von Maßnahmen
  • Evaluation
  • Nötige Anpassungen
  • Formulierung eines Qualitätshandbuches

2024

  • Disseminationsphase
  • Drei Workshops
  • Drei Fachvorträge oder Beiträge in Fachpublikationen

Was wir suchen: 

  • Berufserfahrung in der Vereinsentwicklung oder Organisationsentwicklung, dabei besonders die Entwicklung von Verwaltungsabläufen und -strukturen
  • solidarische Konzepte für mehr Gleichberechtigung im Betrieb
  • Planungskompetenzen, zielgerichtetes Arbeiten und gutes Zeitmanagement
  • kreative, rassismuskritische und progressive Angebote
  • Erfahrung mit den Herausforderungen von Selbstorganisationen, wie denjenigen der Rom:nja und Sinti:zze, mit jungen Organisationen und feministischen Herausforderungen
  • Kenntnisse der strukturellen Benachteiligung durch verschiedene Diskriminierungsformen und die institutionellen Bedingungen zur Beseitigung dieser Barrieren

Was wir bieten

  • Einen Honorarvertrag über 9.000 Euro für das Jahr 2022, einen Honorarvertrag bis zu 9.600 Euro im Jahr 2023 und einen weiteren Vertrag bis zu 7.200 Euro im Jahr 2024. Der erste zu vergebende Vertrag ist zunächst auf 2022 befristet. Eine Vergabe bis zum Projektende im Dezember 2024 ist angedacht.
  • Die inhaltliche Ausgestaltung und Definition von noch nicht klar umrissenen Begriffen, wie Romani Leadership und Empowerment in der Romani Selbstorganisation.

Das Angebot

Bitte führt deutlich aus, inwiefern Ihr uns bei diesem Vorhaben unterstützen könnt. Die Vorlage für ein Angebot findet Ihr in einer separaten Word-Datei auf unserer Webseite unter dem Punkt Ausschreibungen.

Wir wissen, dass Kenntnisse und Erfahrungen nicht unbedingt mit Bildungsabschlüssen zusammenhängen und auch auf anderen Wegen zu den Menschen gelangen. Wir verstehen auch, dass Lebensläufe komplexer sind als Klischees von Erfolg und freuen uns deshalb auf mutige Dienstleistende, die glauben, dass sie die o.g. Aufgaben angehen können.

Wir möchten insbesondere Romnja* und Sintizze* sowie andere rassismuserfahrene Menschen zu einem Angebot ermutigen. Bitte sendet dieses Angebot so bald wie möglich an hajdi.barz@romaniphen.de. Bitte benutzt als Betreff „Angebot intersektionale Vereinsentwicklung“. Die Vergabe soll bis zum 31.04.2022 erfolgen. Bei Rückfragen könnt Ihr ebenso Hajdi kontaktieren. Wir freuen uns über eure Angebote!